14. Mai 2009 -
Am Freitag, den 14. Mai 2009 brachten Kinder die zierliche Rabenkrähe Helene zu Petra Niedermeyer in die Tierarztpraxis in Bielefeld – sie hatten die Krähe bereits 2 Tage lang mit Würmern gefüttert. Der Vogel war etwas struppig und auch etwas mager, machte aber sonst einen sehr munteren und vorallem hungrigen Eindruck. Petra bat die Kinder den Vogel wieder dorthin zu setzten, wo sie ihn gefunden hatten, damit die Eltern vielleicht zurückkämen und ihn weiterversorgen, aber das wollten die Kinder nicht, deshalb versorgte Petra die kleine Helena erstmal, ohne genau zu wissen, um welche Art Krähe es sich hier nun handelt. Sie machte sich erstmal schlau, was man der kleinen Krähe füttern könnte. Eine Krähe aufzuziehen ist schon etwas anderes als einen Spatz oder Grünfinken großzuziehen.
Petra fütterte zwar die richtigen Dinge, aber der kleine Schreihals Helena war trotz alle 2 Stunden füttern nicht satt zu kriegen und bettelte eigentlich ständig. Petra hatte durch Zufall eine Geschichte über einen Rabenvater in einem Heft gelesen, daß in ihrer Praxis auslag. Das kam wie gerufen und sie nahm Kontakt zu unserer Wildvogelhilfe auf. Roger fuhr also nach Bielefeld, und holte Helena dort in der Tierartpraxis ab.
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Am gleichen Tag kam bei uns noch ein weiterer Raben ästling namens Wotan an. Unterschiedlicher konnten Raben-Jungvögel gar nicht aussehen – die kleinere Helena und der größere Wotan. Bei genauerer Betrachtung von Helena wurde deutlich, daß sie zu der Kategorie „Stark geschädigt“ gehörte. Die Gefiederfarbe war nicht normal, sondern mehr grau wie schwarz und wenn man sich die Schwingen ansah war dort wieder einmal ganz deutlich der teilalbinotische Gefiederanteil erkennbar – wahrscheinliche Ursache: Mangelernährung.
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Auch die unterschiedlichen Schnabellängen und die etwas glubschigen Augen von Helena waren außergewöhnlich deutliche Merkmale dafür. Für Wotan hingegen sah es recht gut aus in seiner Entwicklung, nur bei Helena – das war da schon absehbar – würde das zumindest dies Jahr nichts mehr werden mit der Auswilderung. Bei manchen Vögeln dauert es sogar 2 Jahre, bis Federn kommen, die den Vogel später tragen. Helena wird sicher noch sehr lange brauchen, bis das Gefieder soweit ist und man sie in die freie Natur setzen kann. Eine Auswilderung kommt wahrscheinlich erst für’s nächste Jahr in Frage.
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Am 21. Mai 2009 kam die erfreuliche Nachricht von Petra und wir waren sehr froh, daß Helena so schnell ihre Patin bekommen hat. Petra, die sie als Tierarzthelferin in der Tierarztpraxis Dr. Roose in Bielefeld liebevoll versorgt und für die Vermittlung gesorgt hat übernahm mit einer monatlichen Spende die Patenschaft für Helena und dafür möchten wir Dir Petra an dieser Stelle nochmal von Herzen unseren großen Dank im Namen dieses kleinen Rabenkindes aussprechen. Gäb es doch nur mehr Menschen, die sich so verantwortungsvoll und nachhaltig um ein in Not geratenes Wildtier bemühen.
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Mittlerweile sind einige Monate ins Land gegangen und Helena hat viele verschiedene Rabenkumpels kennenlernen dürfen und sich zu einem hübschen „Raben-Teenager“ gemausert. Sie sitzt nun mit 3 der anderen Dauerpfleglinge (Ronja, Seppl und Fritz) in einer größeren Voliere zusammen und genießt die Weite des Raums und die Gesellschaft der gleichaltrigen Rabenkinder. Mit ihren Artgenossen verhält sich das kleine Helenchen absolut pflegeleicht und ist auch sehr sozial im Umgang mit Neulingen. Ein freundliches kleines Rabenmädchen, daß sich gefiedertechnisch langsam mausert und nach wie vor ständig um kleine Leckerchen bettelt. Helena, Fritz, Ronja und Seppl werden ganz sicher erst nächstes Jahr ausgewildert werden, aber als Gruppe passen sie derzeit prima zusammen.
Helena hat sich inzwischen zu einer kleinen Schönheit gemausert und wird im nächsten Frühjahr fit für ihren Weg in die Freiheit sein. Aktuelle Fotos folgen demnächst…
Zwischenzeitlich hat die kleine Helena einen Verehrer namens Caruso und wie rührend die zwei miteinander umgehen kann man hier in einem kleinen Video sehen. Fast könnte man die Geschichte der beiden Rabenkrähen als Love-Story bezeichnen. Wer neugierig geworden ist – in unserem Wildvogelhilfe-OWL-Forum gibt’s die Geschichte dazu zum nachlesen.











